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02Jul

50 Jahre Atomforum: Gratulanten & Geschenke

50 Jahre Atomforum sind wirklich ein Grund zu feiern: Denn „die friedliche Nutzung der Kernenergie hat zur Entwicklung von Wohlstand und Wohlfahrt unseres Landes beigetragen.” Meint zumindest Dr. Walter Hohlefelder, Präsident des Atomforums in seinem Beitrag zum „offenen und sachlichen Dialog, frei von ideologischen Scheuklappen, ohne Anbiederung bei gleichzeitig höchster Transparenz.”

Für derart geschliffene Scheiße hat das Deutsche Atomforum schon viele Geschenke bekommen. 2007 gab es z.B. den Worst EU-Lobbying Award für den Versuch mit einer Greenwashing-Kampagne Atomstrom als umweltfreundlich zu verkaufen.

Keine Überraschung, dass zum runden Jubiläum gestern die Gratulanten Schlange standen. Vorne Weg natürlich Angela Merkel, die sich nicht entblödete, die Atom-Lobby für ihren „wichtigen Beitrag für die Sicherheit der Kernenergie in Deutschland” zu loben. Da ist mir doch gleich viel wohler bei den unrühmlichen Auftritten deutscher AKWs in diesem Video der weltweiten Störfälle.

Zum Geburtstag schenkt die Bundestagfraktion von Bündnis 90/Die Grünen dem Atomforum deshalb einen kleinen Rückblick mit fünf Beispielen aus fünf Jahrzenten Lug und Trug.  Ein kleines Ständchen sangen ihnen Jürgen Trittin, Steffi Lemke und die vielen Freiwilligen von Meine Kampagne

Am meisten gefreut haben dürfte sich das Atomforum über die Überaschung von Vattenfall. Pünktlich zu den Feierlichkeiten ging ihr Atomkraftwerk Krümmel per Schnellabschaltung vom Netz. Man könnte meinen, dass sei nur ein kleines Haar in der Feiertags-Suppe, hätte bei dem AKW nicht bereits im Juni 2007 ein Transformator-Häuschen gebrannt. Der Reaktor Krümmel wurde damals heruntergefahren und stand bis vor wenigen Tagen still. Das Revision, Austausch der Brennelemente und die Überprüfung durch die Atomaufsicht in den letzten 2 Jahren für so einen Quantensprung bei der Sicherheit sorgten, stärkt mein Vertrauen in diese Dinosauriertechnologie natürlich ungemein. Nach dieser Serie aus Pannen und Peinlichkeiten rollten damals Köpfe, weil Vattenfall die Öffentlichkeit nur zögerlich informierte. Diesmal war es wieder Greenpeace, die den Vorfall öffentlich machten. Ein Anwohner hatte an der Einlaufstelle des Kühlwasser keine höheren Temperaturen als in der Elbe gemessen. Der Reaktor war also runtergefahren worden. Weder Vattenfall noch die Atomaufsichtsbehörde (die in Schleswig-Holstein beim Sozialministerium angesiedelt ist..) gaben den Vorfall öffentlich bekannt.

Gute Argumente für die Morgen angesetzte Blockade Krümmel bleibt aus. Sie fordert die sofortige Stilllegung des „Schrottreaktors”. Der weltweit größte Siederaktor hat nur einen Wasserkreislauf und ist deshalb besonders unsicher. Seit gestern Abend hängt er wieder mit halber Leistung am Netz.

Und auch bei uns im Süden wird demonstriert. Der störanfällige Reaktor Neckarwestheim I hat nur noch eine Reststrommenge von 04,15 Terrawattstunden und müsste daher nach dem Atomgesetz in 250 Tagen vom Netz. Die EnBW will diese Rechtslage nicht akzeptieren und dringt auf eine Laufzeitverlängerung. Damit kündigt sie den von ihr mitunterzeichneten „Atomkonsens“ einseitig auf. Deswegen fordert ein breites Bündnis aus Parteien und Verbänden: „Kein Ausstieg aus dem Austieg: Neckarwestheim stillegen!”.

Auch ich werde am Samstag gemeinsam mit MdB in spe Florian Hassler und den Grünen aus den Kreisen Tübingen und Böblingen einen Bus zur Demo besteigen. Meine Aufgabe wird mal wieder im Filmen und Schneiden solcher Streifen bestehen. Wer Vorschläge, Wünsche oder Anregungen für die Hintergrundmusik (Selbstverständlich Creative Commons) hat, schreibts in die Kommentare..
(Mitmachsimulation)

Mein Beitrag zur Digitalen Wiese der Blog-Parade der Netzbegrünung

Schwarz-Gelb Nein Danke! Am 27. Juni heißt es Atomkraft abwählen!

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Verfasst am 02.07.2009 um 10:30 Uhr von carstenpreiss mit den Stichworten , , , , , , , , , , .
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